Südafrikaner verbreiten das Fußballfieber
Donnerstag, den 25. Juni 2009 um 00:00 Uhr

Von Holger Frenzel
Die Fußball-Weltmeisterschaften, die 2010 in Südafrika stattfinden, haben am Europäischen Gymnasium der Töpferstadt in den vergangenen drei Wochen zu den Hauptgesprächsthemen gehört.
Der Grund: Vier 14-jährige Mädchen und Lehrer Colin Swigelaar aus der 60.000-Einwohner-Stadt Outdshoorn waren innerhalb eines Schüleraustauschs in Waldenburg. Gestern früh haben sie wieder die Heimreise angetreten. "Das ganze Land ist schon aufgeregt", beschreibt Colin Swigelaar die Vorfreude in seiner Heimat, wo gegenwärtig der Confederation-Cup ausgetragen wird. Durch die Baumaßnahmen in Vorbereitung der Weltmeisterschaften hätten zahlreiche Menschen einen Arbeitsplatz gefunden. Die Gäste aus Südafrika berichteten, dass an Stadien, Straßen und Flughäfen fleißig gebaut wird. Auch im Gastronomie- und Hotelbereich sei ein Aufschwung zu erwarten. "Trotz der Euphorie ist der Blick in die Zukunft wichtig. Wir wissen noch nicht, was nach dem Abschluss des Turniers folgen wird", hebt der Lehrer warnend den Zeigefinger.
Die Spiele der Weltmeisterschaften werden die Mädchen, die das Europäische Gymnasium besucht haben, wahrscheinlich vor den Fernsehgeräten verfolgen. Für die Tickets fehlt ihnen das Geld. Eine Prognose für den Ausgang der Weltmeisterschaften lässt sich Colin Swigelaar, der als begeisterter Rugbyfan gilt, entlocken. "Brasilien holt den Sieg. Aber auch Deutschland wird eine gute Rolle spielen", prophezeit der Deutschlehrer.
In den vergangenen drei Wochen haben die Gäste aus Südafrika den Unterricht am Europäischen Gymnasium verfolgt sowie zahlreiche Sehenswürdigkeiten besucht. Zum Programm gehörten Abstecher nach Dresden, Weimar, Berlin und Leipzig. "Wir haben auch zahlreiche neue Verkehrsmittel kennen gelernt: Von der U-Bahn in Berlin bis zum Kahn im Spreewald", berichtet Jessica Booysen. Als Unterschiede zu ihrer Heimat, wo die Arbeitslosenquote bei 42 Prozent liegt, nennt sie die Pünktlichkeit der Menschen und die Vielzahl der historischen Baudenkmale. Die Zusammenarbeit zwischen der Bildungseinrichtung in Südafrika und dem Europäischen Gymnasium existiert seit 2005. Im Herbst sollen vier junge Leute aus Waldenburg zum Gegenbesuch starten.