10 Jahre Jugendkunstschule
Freitag, den 04. Juli 2008 um 00:00 Uhr
10 Jahre Jugendkunstschule
Vor nunmehr elf Jahren – ich arbeitete zu dieser Zeit an der Technischen Universität Chemnitz – bat mich die Schulleitung des Europäischen Gymnasiums Waldenburg um einige Stunden Vertretung im Fach Musik, die ich gern übernahm.
Nach wenigen Wochen kam ich mit dem damaligen Geschäftsführer über ein Vorhaben ins Gespräch, dass er argumentativ mit den Ideen der Gründerzeit des Gymnasiums untersetzte.
Als sich 1994 ehemalige Waldenburger Abiturienten, Bürger, Politiker, Lehrer und Gewerbetreibende entschlossen, den Antrag auf Bildung einer Schule in Freier Trägerschaft zu stellen, geschah dies nämlich unter Zugrundelegung verschiedener bildungspolitischer Ansätze.
Dazu gehörte die Wahl des sprachlich-wirtschaftlichen Profils, um auf ein Leben im vereinten Europa vorzubereiten.
Dazu gehörte aber auch vor allem die Einsicht, Schule nicht nur als einen Lern-, sondern auch als einen Lebensort aufzufassen, in dem Ganzheitlichkeit ganztägig praktiziert wird.
Gemeinsam entwickelten wir dann eine pädagogische Konzeption, die vorsah, Ganztagsangebote nicht mehr nur sporadisch, gewissermaßen dem jährlichen Zufall zu überlassen, sondern einen Schultyp aufzubauen, in dem quantitativ ein breites Spektrum für alle Schülerinnen und Schüler unter Berücksichtigung ihrer Interessen angeboten wird, dessen wichtigstes Kriterium aber eine hohe Qualität der Ausbildung sein sollte.
So kam es auf Beschluss des Trägervereins zur Gründung der Freien Jugendkunstschule Waldenburg.
Damit setzten wir wesentliche Akzente in der seit dem Jahr 2001 geführten bildungspolitischen Diskussion zum Thema Ganztagsschule in der Bundesrepublik Deutschland und sind seit dem ein gefragter Gesprächspartner für andere Schulträger geworden.
Ich denke mit Hochachtung an alle Kolleginnen und Kollegen, die mit uns seit 1998 bis heute das Profil der Schule entscheidend geprägt haben.
Dazu gehören Dagmar Hanf, Marlies Oehmichen, Andrea Zenker, Dr. Wilfried Warnke, Olaf Richter, Irene Semelka, Siegfried Otto-Hüttengrund, Erika Müller, Daniela Röller und Hans-Joachim Grünert. Derzeit begleiten 47 festangestellte und lehrbeauftragte Musikpädagogen, Musiker und Künstler engagiert den Weg der Schule.
Wenn ich eingangs von der Qualität der Schule sprach, so ist in der instrumentalen Ausbildung ein Kollege in den zehn Jahren richtungsweisend gewesen: ein in Sachsen renommierter Musiker, der Kammervirtuose und ehemalige Soloflötist des MDR-Sinfonieorchesters - Siegfried Hermann. Er hat diesen Qualitätsanspruch entscheidend mitgetragen und Schülerinnen und Schüler zu bemerkenswerten Leistungen geführt. Er wird uns am Ende des Schuljahres verlassen und den Staffelstab an seine Frau weiterreichen.
Bei einer zweiten Person könnte ich Sie raten lassen, um wen es sich handelt!
Stundenplanung, Zeugnisse, Zertifikate, Instrumentenausleihe, Inventarisierung, Anträge, Statistik, Fotoarbeiten, Organisation der Konzerte und Schulfeste, aktuelle Meldungen in der Homepage, Newsletter, Schulchronik, Jahrbuch, dazu Aufgaben aus der Schulleitung des Gymnasiums.
Sie haben es sicher erraten: Friederike Delitz.
Gerade die Besetzung der Schulleitung mit nur zwei Stellen bedingt ein hohes Maß an Professionalität und Organisationstalent und eine Auffassung, sich selbst als Dienstleister im besten Sinne des Wortes gegenüber den Schülerinnen und Schülern und gegenüber den Eltern zu sehen.
Friederike Delitz vereint in ihrer Person diese Eigenschaften.
Ich freue mich über die Anwesenheit von Freunden und Förderern, die die Arbeit der Freien Jugendkunstschule Waldenburg in den letzten Jahren unterstützt und mit ihrem Zuspruch begleitet haben.