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Sind die Jungs die Airbus-Techniker von morgen? Einen Flieger haben Darius Flemming, Paul Inkermann und Florian Nagel schon gebaut. Und zwar einen, der spiralförmig fliegt. Ihre Erfindung mag wirtschaftlich keinen Sinn machen. Aber es ist eine Neuheit. Keine Frage!
Angefangen hat alles mit einer simplen Beobachtung. Katrin Günther, Lehrerin an der Grundschule in Chemnitz-Harthau, sah, wie die Jungs Papierflieger durchs Klassenzimmer schossen. Das musst du in richtige Bahnen lenken, dachte sie und suchte Bücher mit Anleitungen zum Basteln von Fliegern. Nach denen bauten die Zweitklässler nun regelmäßig verschiedene Flieger. Schließlich kam in der Gruppe der Gedanke auf, bei "Jugend forscht" mitzumachen. "Ich war skeptisch. Deshalb haben wir uns im vorigen Jahr die Wettbewerbsausstellung in der Industrie- und Handelskammer Chemnitz angesehen", sagt Günther. Dort kam den Jungen beim Anblick der Wendeltreppe die Idee, einen Flieger zu bauen, der im Kreis nach unten fliegt: einen Spiralflieger.
"Wir haben immer wieder probiert, haben unzählige Flieger gebaut, jedesmal eine Kleinigkeit verändert und beobachtet, wie sich das Flugverhalten ändert", beschreibt Paul das Vorgehen. "Wir wollten unbedingt zu dem Moment kommen, an dem es klappt. Zu dem Moment, da der Flieger Spiralen fliegt", ergänzt Florian.
Die Jungen, acht beziehungsweise neun Jahre, sind die jüngsten Teilnehmer bei "Jugend forscht". Sara Nestler und Nicole Seidler gehören zu den Älteren. Sie haben sich biologischen Themen gewidmet. Sara fand heraus, dass Akupunkturbehandlung bei Migränepatienten erfolgreich ist - und bestätigte damit andere Forschungen. Nicole untersuchte sportliche Leistungen Chemnitzer Schüler. "Sie sind nicht so unsportlich, wie oft gesagt wird, ihre Leistungen haben sich in den vergangenen Jahren verbessert", ist ihr Ergebnis.
Von reiner Mathematik ist Sascha Hähle fasziniert. Er stellte das Fermatsche Problem dar. Fermat war ein Wissenschaftler, der im 17. Jahrhundert behauptete, es gäbe für den Satz des Pythagoras (aµ = bµ + cµ) keine ganzen Lösungen für Potenzwerte größer als zwei. Fast 200 Jahre später gab es noch keinen Beweis dafür und eine Belohnung wurde ausgesetzt. Erst 1994 wurde das Rätsel gelöst - und Hähle stellt die Lösung dar, allgemein verständlich, wie er meint.
Felix Dallmann pendelt dieser Tage zwischen Patentanwalt und TU Chemnitz. Sein Projekt trägt den Titel "Jetzt gibt 's Zunder". Kern der Erfindung ist ein Zündmittel unter anderem für Feuerwerksraketen. "Eine Neuerung, aus der sich vielleicht eine Firmengründung ergibt", hofft er. Dallmann hat die Erfahrung gewonnen, dass es wichtig ist, eine Idee konsequent zu verfolgen und sich nicht durch Widersprüche in die Irre führen zu lassen. "Das bringt Erfolge."
Eine konkrete Anwendung ihres Projektes haben auch Rico Friedrich und Carl Wolf im Blick. Sie entwickelten eine Anlage, mit der sie feststellen können, welche Art Staub durch die Luft fliegt. Pollenstaub zeigt auf ihrem Computer andere Ausschläge als Kreide-, Zement- oder Kohlenstaub. "Ein Gerät, das auf unserer Erfindung beruht, kann man an öffentlichen Plätzen zur Staubmessung einsetzen", schaut Carl voraus. Auch sie haben sich ihre Neuerung patentieren lassen. Aber ihr Betreuer an der TU Chemnitz, Axel Fechner, gibt zu bedenken: "Vom Patent bis zum Produkt ist es ein weiter Weg."
Besonders habe ihnen das Miteinander mit den Wissenschaftlern an der TU gefallen, sagen die Zwölftklässler. Dietrich Zahn, Prorektor für Forschung und Inhaber der Professur für Halbleiterphysik, war immer über die Arbeit der zwei auf dem Laufenden. "Es ist wichtig, die Hemmschwelle zu wissenschaftlicher Arbeit zu senken und zu zeigen, dass das Forschen Freude macht", sagt Zahn.
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