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Leben eines DAF-Schülers

2023, von Zhaoyang

 

Hallo, ich bin Zhaoyang. 

Anlässlich des 85 Jubiläums am 21.11.2023 hatte ich die Gelegenheit, als ein internationaler Schüler eine kurze Rede zu halten, wobei ich etwas über unser Internatsleben berichten durfte.  

Guten Tag. Mein Name ist ZhaoYang Li. Ich komme aus China. Ich bin seit 2021 Schüler am EGW und jetzt besuche ich die 11. Klasse. Heute möchte ich Ihnen über meine Erfahrungen bezüglich des Internatslebens berichten.  

Ich erinnere mich noch sehr lebhaft an meinen ersten Tag in Waldenburg. Die herzliche Begrüßung von unseren Erziehern hat mich so tief beeindruckt, als wären wir zu Hause angekommen. Anfangs konnte ich gar kein Deutsch sprechen und stotterte oft, trotzdem hörten mir die Erzieher geduldig zu.  

Das Bildungssystem in China ist fast verrückt. Die Schüler bei uns sind unter riesigen Stress und bei starker Konkurrenz aufgewachsen. Sie lernen jeden Tag (auch am Wochenende) bis 23 Uhr nur für einzige bessere BE. Die Bildung in Dtl. hat hingegen einen hohen Ruf in China, besonders die Hochschulbildung. Schon früher entschieden meine Eltern, dass ich in Dtl. die Schule besuchen und nachher studieren sollte. Dank Herrn Wang und dieses Programms bekam ich eine kostbare Gelegenheit, mein Abitur in Waldenburg zu machen.  

Das erste Jahr war für mich ähnlich wie ein „Gap Year“, in dem ich mich an alles gewöhnte. Wir beschäftigten uns in der Schule hauptsächlich mit der Deutschen Sprache. Das zweite Jahr war schon deutlich anspruchsvoller, da wir uns mit allen Fächern beschäftigen mussten.  

Nach der Schule gibt es jeden Tag Lernstunde für die 9. und 10. Klässler. Die Erzieher unterstützen uns auch beim Lernen. Für die „DaF-Fragen“ sind sie immer hilfsbereit.  

Am Wochenende bleiben wir am meisten im Internat. Jeder gestaltet seine Freizeit individuell. Ich gehe beispielsweise gerne spazieren. Viele gehen auch einkaufen, machen Tagesausflüge in der Region, oder verbringen Zeit im eigenen Zimmer. Manche lernen auch sehr fleißig für die Prüfungen. Wir dürfen uns auch für die Küche einschreiben und gemeinsam kochen. Das macht echt viel Freude.   

In den Ferien sind wir dann meistens nicht im Internat. Viele verreisen, machen kleine Ferienjobs oder Praktika, besuchen Freunde oder Verwandte in Deutschland. Es gibt auch Aktivitäten und Feste organisiert von Erziehern, und wir nehmen sehr gerne daran teil. In den Sommerferien fliegen die Meisten dann nach Hause.  

Die 11. Klasse ist noch schwerer und stressiger. Der einzige Vorteil wäre, dass wir Einzelzimmer wählen dürfen. In der 9. und 10. Klasse gab es nur Doppelzimmer.  

Ehrlich gesagt, ich bemerke selber meine eigenen Vorschritte. Nach 2 Jahren kann ich jetzt fließend Deutsch sprechen. Ich bin selbstständig im Alltagsleben, aber finanziell noch nicht. Ich betrachte die Fragen wie z.B. die internationale Lage anders als vorher, nämlich mit meiner eigenen deutsch-chinesischen Perspektive. Es wäre mir unvorstellbar, wenn ich mich nicht für Dtl. entschieden hätte. Ich bedanke mich herzlich bei der Schule und Herrn Wang.  

Nach dem Abitur entscheiden sich fast alle von uns für Universitäten in deutschsprachigen Ländern. Das Abitur stellt uns eine enorme Herausforderung, da wir innerhalb von 4 Jahren mit einer Fremdsprache die höchste Abschlussform des deutschen Schulsystems erlangen müssen. Und wir kämpfen dafür.  

Damit bin ich am Ende meines Berichts. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!